Die Bedeutung von SEA im Online Marketing

Gastbeitrag von Astrid Hulsebosch, SEA-Spezialistin und Inhaberin der SEA-Agentur Just Online Marketing, mit der freiraum im Bereich Suchmaschinenwerbung kooperiert. 

Was bedeutet SEA und was steckt dahinter?

Viele haben den Begriff „SEA“ schon mal gehört, aber was steckt denn genau dahinter? SEA ist die Abkürzung für Search Engine Advertisement, zu Deutsch Suchmaschinenwerbung. Also Google AdWords? Nicht ganz. Google AdWords ist das komplette Werbeprogramm von Google. Darunter fallen beispielsweise auch Bannerwerbung auf Websites, Videowerbung auf Youtube und Werbung für Apps im Play Store. Aber sicherlich meinen die meisten SEA, wenn sie AdWords sagen. 

Gibt es bei der Suchmaschinenwerbung (SEA) Alternativen zu Google Adwords?

Im europäischen Raum gibt es aufgrund von Googles Marktanteil von gut 90% kaum Alternativen. Man kann zusätzlich auf Bing werben und deckt durch Kooperationen auch gleich Yahoo und Duckduckgo ab. Außerdem erreicht man hier die etwas ältere Zielgruppe, die häufig Browser wie Internet Explorer und Edge nutzen und die Bing als bevorzugte Suchmaschine eingestellt haben.

Was genau umfasst SEA?

Jeder, der Google nutzt, sieht die SEA-Anzeigen als erste Ergebnisse der Treffer. Diese bezahlten Anzeigen sind mit einem kleinen Hinweis als solche gekennzeichnet und mit einer dünnen, grauen Linie optisch von den sogenannten organischen Suchergebnissen getrennt. Ansonsten unterscheiden sie sich optisch und qualitativ nicht.

 

Um dort zu erscheinen, nutzt der Werbetreibende ein Online Tool wie Google Adwords, in dem Suchbegriffe (Keywords) und Anzeigentexten angelegt werden. Die Keywords zu den Produkten und Leistungen sind optimalerweise an den Suchbegriffen ausgerichtet, die von potentiellen Kunden am häufigsten gesucht werden. Der Anzeigenplatz alleine kostet nichts, aber sobald Nutzer auf die Anzeige klicken und die Website besuchen, fallen Kosten pro Klick an. Man spricht im Marketing deswegen auch von Pay-per-Click (PPC) oder Cost per Click (CPC). Diese können individuell mit Geboten definiert werden und es wird ein Monatsbudget für die Anzeigen festgelegt. 

Suchmaschinenwerbung selber machen oder SEA-Spezialisten buchen?

Erfolgreiches SEA, also ein optimales Kosten-Nutzen-Verhältnis, erfordert einiges an Expertise und Hintergrundwissen zu den Funktionen und Möglichkeiten und den Algorithmen und Abhängigkeiten im Online Marketing. Das Know-how kann man sich als Kunde selbst aneignen oder einen Experten beauftragen und sich um sein Kerngeschäft kümmern. Der ganze Bereich SEA und übrigens auch SEO (Search Engine Optimization) ist extrem zeitaufwändig und es gibt zahlreiche Fallstricke und Profi-Tricks, ohne die man ggf. viel Budget oder Klicks verschenkt. Ebenso wie wir als PR-Berater oder SEA-Spezialisten nicht selber programmieren, halten wir es für ratsam, für solche Aufgaben Profis zu beauftragen. Dennoch ist es sicherlich sinnvoll als Kunde einen Überblick über die aktuellen Optimierungen und Aktivitäten zu behalten und auch Grundkenntnisse für SEO und SEA im Haus zu haben, um Inhalte und Marketingaktivitäten möglichst optimal online zu präsentieren. 

Ist SEO nicht viel günstiger und sinnvoller als bezahlte Werbung?

Natürlich muss man sich immer fragen, wie sinnvoll AdWords für einen kleinen Friseursalon im ländlichen Gebiet wäre… Aber überregionale Unternehmen und insbesondere solche, die vom Online Business leben, wie beispielsweise Online Shops, werden es ohne AdWords schwer haben. Woran liegt das? Der Wettbewerb im Online-Marketing ist sehr stark. Große Online Shops haben eine Armada von Experten in ihren Teams, die sich mit nichts anderem beschäftigen als Datenanalysen, Content, Websiteprogrammierung mit dem Ziel höher zu ranken als ihre Wettbewerber. Denn kaum verlieren sie etwas Sichtbarkeit, hat das umgehend Folgen für ihren Umsatz. Rutschen sie auf die zweite, dritte Seite, kommen sie in schwerwiegende Probleme. 

 

Setzt ein Unternehmen ausschließlich auf SEO, ist es zu 100 Prozent abhängig von Google. Sie entscheidet über Keywords und Position und es dauert mitunter Wochen bis Monate, bis sich eine Änderung an der Website richtig bemerkbar macht. 

Bedeutet das, nur SEA statt SEO wäre besser? Nein, und das wäre auch nicht empfehlenswert, weil SEO und SEA sich nur in einem einzigen Punkt decken. Und das ist die Sichtbarkeit auf der Google Seite. Alles andere, insbesondere die Zielsetzung, ist vollkommen verschieden. SEA und SEO haben sehr unterschiedliche Vorteile. 

Vorteile von SEO versus Vorteile von SEA

Die Vorteile von SEO liegen auf der Hand: In erster Linie kostenlose Klicks, also Traffic, wovon man möglichst viel generieren möchte und auch sollte, denn das ist einer der sogenannten Rankingfaktoren. Traffic mit SEA dagegen kostet mitunter richtig viel Geld. SEA ist Hauptbestandteil des sogenannten Performance Marketings. Es geht ganz klar um die positive Relation zwischen Investment und generiertem Umsatz. Die Anzahl von Klicks ist nachrangig.

 

Der Vorteil von SEA ist Werbung, die im Allgemeinen mehr einbringt, als man für Werbung investiert und das stündlich flexibel anpassbar. Allerdings klappt das auch nicht immer - es gibt keine Garantie. Ein erfahrener SEA-Spezialist kann jedoch bereits im Vorfeld abschätzen, ob weitestgehend alle Faktoren für einen SEA-Erfolg gegeben sind oder nicht. Eine seriöse Agentur wird, bevor man mit der Arbeit beginnt, dem Kunden erst alle Faktoren nennen, die einem Erfolg im Weg stehen. Und sollte das nicht vorher auf der Hand liegen, so wird man den Misserfolg analysieren und den Kunden davon in Kenntnis setzen, um weitere sinnlose Investitionen zu vermeiden.

Wie lässt sich der Erfolg von Adwords-Kampagnen steuern?

Im Gegensatz zu SEO, wo einzig Google entscheidet, für welche Keywords ich wo positioniert bin und es um möglichst viel Traffic geht, kann ich bei SEA fast alles selbst steuern. Alle Änderungen haben einen direkten Effekt und wochenlanges Warten auf die Auswirkungen der Optimierung entfallen. 

 

Schon beim Anlegen einer AdWords-Kampagne liegt das Hauptaugenmerk auf Relevanz und Zielorientierung. Ziel sind Umsatz in Form von verkauften Produkten oder Anfragen für Dienstleistungen, dh. Leads. 

 

Verstärkt Suchmaschinen-Werbung (SEA) die organische Suchmaschinenoptimierung (SEO)?

Auf jeden Fall! Die Chance, dass sich Interessenten letztlich für ein Angebot entscheiden, erhöht sich exponentiell, wenn es bereits „Touch Points“ gab. Das kann ein Webseitenbesuch über SEO oder klassische Werbung sein. Der Wiedererkennungswert und das damit einhergehende Vertrauen ist für eine Kaufentscheidung relevant.

Wir danken Astrid Hulsebosch für das Gespräch